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Warschau – Wegen einer Serie von massenhaften Scheinbestellungen über Essenslieferdienste droht einem 23-jährigen Mann aus Polen eine langjährige Haftstrafe. Der Verdächtige soll Hunderte Mahlzeiten – darunter allein 300 Pizzas – auf die Namen und Adressen ahnungsloser Bürger bestellt haben, ohne je die Absicht gehabt zu haben, dafür zu bezahlen.
Wie die polnischen Behörden mitteilten, fügt sich der Fall in eine Welle von Cyber-Schikanen ein. Immer häufiger werden gefälschte Essensbestellungen mit der Option „Barzahlung bei Lieferung“ als Mittel zur Belästigung, Stalking und Bedrohung eingesetzt. Oftmals geschehen diese Aktionen im Rahmen von gefälschten Online-Gewinnspielen, bei denen die Täter an die Daten dritter Personen gelangen.
Ermittler des Zentralen Büros zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (Centralne Biuro Zwalczania Cyberprzestępczości) konnten den 23-jährigen Drahtzieher schließlich ausfindig machen und festnehmen. Dem Mann werden mehrere schwere Straftaten zur Last gelegt:
Nachstellung (Stalking) und gezielte Belästigung der Opfer,
unbefugte Nutzung personenbezogener Daten (Identitätsdiebstahl),
Verursachung eines erheblichen finanziellen Schadens bei lokalen Gastronomiebetrieben.
Für die betroffenen Restaurants bedeuteten die Scheinbestellungen enorme Verluste. Neben den vergeudeten Lebensmitteln und der investierten Arbeitszeit entstanden den Betrieben logistische Chaoszustände. Die Essen wurden an zufällige oder bewusst ausgewählte Personen geliefert, die von den Bestellungen keinerlei Kenntnis hatten und das Essen verständlicherweise nicht bezahlten.
Die Justiz zieht nun Konsequenzen aus dem Vorfall: Ein Gericht ordnete für den 23-Jährigen bereits eine zweimonatige Untersuchungshaft an. Sollte er in allen Punkten schuldig gesprochen werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren.
Mit dem harten Vorgehen wollen die polnischen Strafverfolgungsbehörden ein klares Signal gegen Cyber-Mobbing und den Missbrauch von Lieferdiensten als Belästigungswerkzeug setzen.